Laufzeit: seit 2014

Situation

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken von Frauen weltweit.

40% der Frauen in Deutschland haben seit ihrem 16. Lebensjahr mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt (repräsentative Studie der Grundrechteagentur der Europäischen Union, März 2014).[1] Nicht nur Frauen aus sozialen Brennpunkten, sondern auch aus mittleren und höheren Bildungs- und Sozialschichten sind viel häufiger betroffen als bekannt. Nach wie vor werden das Thema Gewalt und sexuelle Übergriffe tabuisiert, Frauen schweigen aus Scham und Angst vor dem Gerede oder erneuten Übergriffen. Nur 5% der Sexualstraftaten werden angezeigt.

Gewalt gegen Frauen wird viel zu oft „übersehen“ und Frauen erhalten zu wenig gesellschaftliche Unterstützung.

Ziele

Frauen, die Gewalt erlebt haben, sollten erfahren, dass diese Gewalt gesellschaftlich uneingeschränkt geächtet wird. Sie sollten sich sicher sein können, Solidarität und Unterstützung zu bekommen, anstatt auf Anschuldigungen und Vorurteile zu treffen.

„Trotz Allem e.V.“ ist ein Verein in Gütersloh, der 1995 von Frauen für Frauen mit Gewalterfahrungen gegründet wurde.

Der Verein bietet Beratung für betroffene Frauen an, die sexuelle Gewalt/sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlebt haben, die als Erwachsene Opfer einer (versuchten) Vergewaltigung wurden oder die sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind oder waren (z.B. in der Ehe/Partnerschaft, durch Ärzte/Therapeuten, am Arbeitsplatz, in der Ausbildung etc). Durch die erlittenen Taten sind viele betroffene Frauen traumatisiert und leiden unter massiven psychischen Störungen. Besonders gravierend sind die Folgen bei jahrelanger sexualisierter Gewalt durch Vertrauenspersonen.

Umsetzung

Im Verein „Trotz Allem e.V.“ sind qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und eine hauptamtliche Mitarbeiterin beschäftigt. Der Verein arbeitet mit zahlreichen anderen Institutionen im Kreis Gütersloh zusammen und vermittelt an andere Fachberatungsstellen.

Das Beratungs- und Hilfeangebot umfasst:

  • persönliche oder telefonische Beratungsgespräche oder Beratungen per Email
  • Vermittlung und Begleitung von Selbsthilfegruppen
  • Beratung bei der Auswahl von Ärztinnen, Therapeutinnen, Rechtsanwältinnen und Kliniken
  • Unterstützung in Krisensituationen
  • auf Wunsch Begleitung zur Polizei, zum Gericht, zu den Ämtern
  • Überbrückung der Wartezeit auf eine Therapie durch regelmäßige Beratungsgespräche
  • Beratung von Familienangehörigen, Lehrkräften, Erzieherinnen, MitarbeiterInnen kirchlicher Einrichtungen

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