Laufzeit: seit 2014

Situation

Jede fünfte Familie in Deutschland ist alleinerziehend, das bedeutet, dass 2,2 Millionen Kinder bei nur einem Elternteil aufwachsen. Zum größten Teil sind die Alleinerziehenden Mütter, nur 10 Prozent sind Väter. In der Mehrzahl der Fälle ist diese Familienform nicht frei gewählt.
Vielen Alleinerziehenden gelingt es gut, ihren Lebensalltag zu bewältigen und den Spagat zwischen Erwerbstätigkeit, Kindern und Haushalt hinzubekommen. Andere Eltern geraten aber auch an ihre Grenzen.
Die Rahmenbedingungen in unserer Gesellschaft sind für viele Alleinerziehende zusätzlich belastend. Alleinerziehende leben fünfmal so oft in Hartz IV Bezug – mit teilweise erheblichen Risiken für die Entwicklungs- und Bildungschancen ihrer Kinder. Obwohl 70 Prozent der Alleinerziehenden erwerbstätig sind, reicht in vielen Ein-Eltern-Familien das Einkommen nicht aus. Sie sind in höchstem Maße armutsgefährdet.
Alleinerziehende sind benachteiligt im Hinblick auf Einkommen, gesellschaftlicher Teilhabe und Gesundheit. Oft fühlen sie sich mit der alleinigen Verantwortung für sich und die Kinder überfordert.

SkF – Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Gütersloh

Der SkF ist ein bundesweit agierender katholischer Frauen- und Fachverband der sozialen Arbeit. Der Ortsverband in Gütersloh wurde 1924 gegründet mit dem Ziel, Frauen und Familien in Notsituationen zu helfen.
Der Verein wird von einem ehrenamtlich tätigen Vorstand geleitet, viele Mitglieder des Vereins engagieren sich darüber hinaus ehrenamtlich für Frauen und Familien in Not. Die Aufgaben in den Beratungsdiensten werden dagegen von hauptberuflich tätigen Sozialpädagogen wahrgenommen. Dieses enge Miteinander von Haupt- und Ehrenamt ist prägend für die Arbeit des SkF.
Alle Mitarbeiter handeln auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, die Hilfs- und Beratungsangebote stehen allen Menschen in Not- und Konfliktsituationen offen, gleich welcher Konfession, ethnischer Herkunft und Nationalität.

Ziele

Sowohl die betroffenen Eltern, als auch deren Kinder sollen bedarfsgerecht unterstützt werden. In diesem Sinn soll das Projekt einen Beitrag zur Stabilisierung der Betroffenen leisten. Die Bewältigung und der Umgang mit der schwierigen Lebenssituation sollen gefördert werden.

Umsetzung

Angebote des SkF Gütersloh für Alleinerziehende: Beratung und Begleitung

Im Rahmen der Allgemeinen Sozialberatung hat der SkF ein Beratungs – und Unterstützungsangebot für Alleinerziehende entwickelt. Die alleinerziehenden Eltern können sich bei Fragen im psychosozialen, rechtlichen, wirtschaftlichen, soziokulturellen, erzieherischen und partnerschaftlichen Kontext beraten lassen. So werden Alleinerziehende zum Beispiel in Fragen zur materiellen Existenzsicherung beraten und informiert und bei Behördenangelegenheiten unterstützt. Der SkF hilft ihnen auch bei der Durchsetzung von Rechtsansprüchen und er vermittelt wenn erforderlich zu anderen Fachdiensten.

Alleinerziehende suchen häufig Kontakt zu anderen Eltern in der gleichen Lebenssituation und möchten sich über Erziehungsfragen oder Problemen der Kinder mit dem nicht anwesenden Elternteil austauschen. Hier bietet der SkF regelmäßig offene Angebote speziell für Alleinerziehende sowie Eltern-Kind-Gruppen an, die von qualifizierten Sozialpädagogen geleitet werden.

Darüber hinaus koordiniert der SkF Patenprogramme für Alleinerziehende (Projekt „Leihgroßeltern“).

Therapiegruppe für Mädchen aus alleinerziehenden Familien

Seit 2014 wird eine Therapiegruppe für 6 – 8 Mädchen aus alleinerziehenden Familien angeboten. Die 8- bis 12jährigen Kinder sind durch Trennungs- und Scheidungserfahrungen oft stark belastet und benötigen unterstützende Maßnahmen, um diese Lebenssituation zu bewältigen. Neben dem Verlust von Bezugspersonen und familiären Konflikten erleben viele dieser Kinder finanziell die Armutsgrenze.
Die Kindergruppe soll für diese Kinder ein Ort sein, an dem sie sich verstanden fühlen. Hier soll der Umgang mit Gefühlen, wie Wut, Trauer, Enttäuschung gefördert werden. Da die Elternteile selbst stark mit den Folgen der Trennung beschäftigt sind, nehmen sie die psychischen Belastungen und Bedürfnisse der Kinder oft zu wenig wahr. Es fällt ihnen zuweilen schwer, den Wunsch der Kinder nach Kontakt zum abwesenden Elternteil zu haben, anzuerkennen und zu unterstützen.

Ziele der Therapiegruppe sind: Bearbeitung der Trennungsfolgen, Aufbau von Kontakten zu Gleichaltrigen, Stärkung des Selbstvertrauens, Bewusstmachung von Fähigkeiten und Ressourcen, Förderung der Kreativität, Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

Dieses Therapieangebot wird durch Elternabende begleitet und ergänzt.

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